Das Programm der zehnten Globale steht und diesmal ist wirklich sehr viel ganz Großartiges dabei:
am 27.5. gibt es ab 18:15h ein Programm mit zwei Filmen zu Migration in Italien: Nicola Angrisanos Il tempo delle arance – The time of oranges (I 2010) und Enrico Montalbanos La terra (e)strema (I 2009).
Beide Filme widmen sich dem Thema der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Migrant_innen in Süditalien. Das ist besonders spannend, weil sich, wie vielleicht einige von Euch mitgekriegt haben, trotz des zunehmenden (und staatlich sanktionierten) Rassismus seit einiger Zeit eine migrantische Selbstorganisation anbahnt. Unter anderem kam es am 1. März zu einem Streik der Migrant_innen. (mehr auf deutsch: hier)
am 28.5. läuft um 22:30h für mich in diesem Kontext etwa überraschend
Dušan Makavejevs brillianter Wilhelm Reich-Stalinismuskritik Crossover W.R.-Misterije organizma.
Ähnlich wenig erwartet hätte ich auf der Globale Věra Chytilovás feministischen Klassiker Sedmikrásky (Tausendschönchen).
Aber die eigentliche Überraschung dieses Jahres ist ein wirklich brilliantes Programm mit Dokus zu Israel:
am 30.5. um 18h läuft Samirs tolles Doku Forget Baghdad (CH 2002). Wer den Film nicht kennt, hat hiermit einen Pflichttermin. Selten wurden Fragen der israelischen Identität so klug und spannend in einem Film thematisiert wie in diesem.
Im Anschluß daran läuft um 20:30h Z32 (IL 2008) von Avi Mograbi.
Neben bzw. vor diesen beiden Highlights gibt es die Gelegenheit für alle jene, die es wie ich dieses Jahr nicht in Black Bus (IL 2009) von Anat Zuria geschafft haben, das nachzuholen (29.5., 22:30h). Wer will kann das auch gleich mit Zurias Vorgängerfilm Sentenced to Marriage kombinieren, der direkt davor am 29.5 um 20:30 läuft. Sentenced to Marriage (IL 2004) handelt vom absurden israelischen Scheidungsrecht.
Bei Eretz nehederet. Antizionismus in Israel (Daniel Ziethen, Deutschland 2010) bin ich ja eher skeptisch. (Aber immerhin gibt mir der Titel Gelegenheit an die Existenz der Serie gleichen Namens – also ohne den deutschen Teil – zu erinnern… klick klick klick).
Mehr verspricht da schon Eyal Sivans neue Dokumentation Jaffa – The Orange‘s Clockwork über Ökonomien rund um die Jaffa-Orange.
Fast ganz zum Schluß läuft dann noch Alina Marazzis Porträt des italienischen Feminismus Vogliamo anche le rose.
Abschließend sei noch hingewiesen auf eine Diskussion unter dem Titel Prekäre (Film-)Kultur – Organisierung in der Kultur der Prekarität? am 31.5. um 18:30h.
Das ganze Programm gibts natürlich auf der Seite der Globale zum Runterladen.

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Doonesbury Daily Strip
[...] Eine erste Einordung des Programms, findet sich übrigens im blog mit dem wohlklingenden Namen aufsmaulsuppe! [...]